Fahrer-Assistenz-Systeme

Moderne Fahrerassistenzsysteme lassen technische Lösungen, die lange Zukunftsmusik waren, Wirklichkeit werden. Sie unterstützen und entlasten den Fahrer, senken die Unfallrate, vor allem die Zahl schwerer Unfälle, und erhöhen dadurch nachhaltig die Verkehrssicherheit.

Auf unseren stark befahrenen Straßen müssen die Verkehrsteilnehmer vieles gleichzeitig beachten und im Auge behalten. Dies gilt auch und gerade für die Fahrer von Lkw und Reisebussen. Da ist es gut, wenn moderne Technik sie bei der einen oder anderen Routinetätigkeit unterstützt. Fahrerassistenzsysteme sind Helfer, die den Fahrer entlasten.

Moderne Fahrerassistenzsysteme lassen kritische Situationen entweder gar nicht entstehen oder helfen dem Fahrer, sie zu bewältigen. Sie ermöglichen ein entspannteres und damit partnerschaftlicheres Fahren, senken die Unfallrate, vor allem die Zahl schwerer Unfälle, und erhöhen nachhaltig die Verkehrssicherheit.

Zum richtigen Zeitpunkt anhalten

Bild: Mercedes Benz.

Der Notbrems-Assistent hilft dem Lkw-Fahrer, sein Fahrzeug in kritischen Situationen rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Das System nutzt die Sensorik des Abstandsregeltempomaten. Mit Hilfe der eingebauten Radarsensoren überwacht es kontinuierlich den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Wird der Abstand zu gering, erfolgt zunächst eine optische und akustische Warnung des Fahrers. Greift der Fahrer nicht ein, wird das Fahrzeug automatisch mit einer Leistung von etwa 20 % abgebremst. Nimmt der Abstand weiterhin ab und zeigt der Fahrer noch immer keine Reaktion, wird das Fahrzeug mit der höchstmöglichen Bremsleistung abgebremst – es erfolgt die sog. "Notbremsung".

Als erster Hersteller kam Mercedes Benz mit dem ABA (Active Brake Assist) auf den Markt. Wabco stellte auf der IAA 2008 ein System vor, das auch stehende Objekte erkennen kann; dieses soll ab 2010/2011 auf den Markt kommen.

Der Notbrems-Assistent erhöht vor allem auf Autobahnen die Verkehrssicherheit. Wenn sich aus langsam fließendem Verkehr ein Stau entwickelt und der Fahrer die Gefahrensituation nicht rechtzeitig erkennt, greift das System ein und kann auf diese Weise Leben retten.

Sehen, was im "toten Winkel" passiert

Bild: MAN Nutzfahrzeuge AG.

Der Abbiegeassistent warnt den Lkw-Fahrer beim Abbiegen an Kreuzungen vor Fußgängern und Radfahrern, die sich im Gefahrenbereich aufhalten. Ultraschallsensoren, die an der rechten Außenseite des Lkw verbaut sind, werden aktiv, wenn der Lkw an einer Kreuzung oder Ampel zum Anhalten kommt. Die Sensoren vermessen das Umfeld des Fahrerhauses und bestimmen die Abstände zu anderen Verkehrsteilnehmern. Nähert sich beispielsweise ein Fußgänger dem Fahrzeug, wird die Verringerung des Abstands erkannt und es erscheint ein optisches Signal auf der Beifahrerseite in der Nähe des Außenspiegels. Fährt der Lkw-Fahrer wieder an, obwohl sich noch ein Objekt in der Gefahrenzone nahe am Lkw befindet, wird er zusätzlich durch ein akustisches Signal vor der Kollisionsgefahr gewarnt. Der Lkw-Hersteller MAN wurde für die Entwicklung dieses Assistenzsystems vom ADAC mit dem Mobilitätspreis 2007 ausgezeichnet.

Unfallstatistiken haben gezeigt, dass über 90 % der Kollisionen von Fußgängern oder Radfahrern mit einem Lkw im unmittelbaren Bereich vor dem Fahrerhaus und im vorderen rechten Seitenbereich des Fahrzeugs stattfinden. Genau diesen Bereich überwacht der Abbiegeassistent und trägt dadurch in hohem Maße dazu bei, das Unfallrisiko zu senken.

Lkw mit Abstandsregeltempomat
Bild: Mercedes-Benz.

Abstandsregeltempomat

Der Abstandsregeltempomat kontrolliert den Abstand zum voraus fahrenden Verkehr. Wird ein kritischer Mindestwert unterschritten, warnt das System und passt Geschwindigkeit und Abstand automatisch durch Motorsteuerung und Bremsmanöver an.

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Lkw mit Spurassistent
Bild: MAN Nutzfahrzeuge AG.

Spurassistent

Der Spurhalteassistent ermittelt über ein optisches System kontinuierlich die Position des Fahrzeugs in der Spur. Droht es diese zu verlassen, warnt der Helfer den Fahrer über ein deutliches akustisches Signal.

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Bild: Iveco.

Elektronisches Stabilitätsprogramm

Das Elektronische Stabilitätsprogramm greift in kritischen Fahrsituationen ein, etwa bei plötzlichen Ausweichmanövern oder auf schwierigem Untergrund. Durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder verhindert es ein Unter- oder Übersteuern des Fahrzeugs und vermeidet Schleuderbewegungen.

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