Schulung für mehr Sicherheit

Interessiert verfolgen die Fahrer der Spedition Offergeld an einem Schulungstermin die Vorstellung der Fahrer-Assistenz-Systemen.

Mehr als 400 Fahrer des Praxisversuchs haben bereits teilgenommen

Fahrer-Assistenz-Systeme können ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie richtig und sachgerecht genutzt werden. Dazu braucht man Informationen und Erfahrung. Die BG Verkehr bietet deshalb allen Unternehmen, die am Praxisversuch teilnehmen, Schulungen an, in denen die Fahrer über die Fahrer-Assistenz-Systeme informiert werden und erste Erkenntnisse austauschen können. Mehr als 400 Fahrer haben bereits solche Unterweisungen durchlaufen.

Viele Teilnehmer haben erst wenig Erfahrung mit Fahrer-Assistenz-Systemen, diese sind aber durchaus positiv. Den größten persönlichen Nutzen sprechen die Fahrer dabei dem Abstandsregeltempomaten zu. "Er ist eine Erleichterung" meint der Teilnehmer einer der Veranstaltungen. Und ein Kollege ergänzt: "Der Abstandsregeltempomat ist eine gute Sache. Ich war zwar anfangs skeptisch, aber bin jetzt davon überzeugt". Besonders bei gleichmäßiger Fahrweise kann er sein Potenzial voll entfalten. Aber auch beim Abstandsregeltempomat gibt es einiges zu beachten. Bei schlechten Sicht- oder Straßenverhältnissen zum Beispiel sollte man auf ihn verzichten. Wissen müssen die Fahrer auch, dass er nur wirkt, wenn das Hindernis sich in gleicher Fahrtrichtung mit mindestens 8 km/h bewegt, stehende Hindernisse werden derzeit noch nicht erkannt. Dies gilt übrigens auch für den Not-Brems-Assistenten (Active-Break-Assist), mit dem einige der bezuschussten Fahrzeuge ebenfalls ausgestattet sind.

Für alle Systeme, auch für den Abstandsregeltempomaten, gilt dass sie den Fahrer zwar sicherer fahren lassen, ihn aber nicht vor einer vorausschauenden Fahrweise entbinden. Plant man zum Beispiel zu überholen, dann muss man rechtzeitig blinken und Gas geben. Um das Sicherheitspotenzial des Abstandsregeltempomaten zu nutzen und zugleich eine hohe Wirtschaftlichkeit zu erzielen, ist es sinnvoll den Tempomaten nicht auf die maximale Geschwindigkeit einzustellen, sondern sich der Fahrweise des vorausfahrenden Fahrzeugs anzupassen.

Teilnehmer der Schulung vor den aus Mitteln der BGF geförderten Fahrzeugen.

Mehr Skepsis wird dem Spurassistenten entgegengebracht. Er reagiere in Baustellen sehr sensibel, auch bei verengten Fahrbahnen spreche er oft an, was "nerven" könne. In den Schulungen erfahren die Teilnehmer, dass der Spurassistent erst bei über 60 km/h Wirkung zeigt, also in der Stadt gar nicht stören kann, wenn man sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält. Und es gibt gerade in Baustellen Situationen, in denen der Spurassistent durchaus hilfreich sei, berichtet ein Teilnehmer. Es kann auch nicht ganz ausbleiben, dass er "nervt/warnt", denn genau darin besteht seine Funktion – den Fahrer im Falle eines Falles, nämlich beim drohenden Abkommen von der Fahrbahn rechtzeitig zu warnen. Immerhin ist bei 30 Prozent der schweren Unfälle mit Lkw das Abkommen von der Fahrbahn die Unfallursache. Viele davon könnten durch den Spurassistenten verhindert werden. Wichtig ist deshalb, dass man ihn wieder einschaltet, wenn er deaktiviert wurde. Automatisch wird er nur bei einem Neustart des Motors wieder aktiviert. Die Stärke des Spurassistenten entfaltet sich besonders in monotonen Situationen, z.B. bei Dunkelheit und geringem Verkehrsaufkommen. Die wenigsten Erfahrungen haben die Teilnehmer mit dem Elektronischen Stabilitäts-Programm (ESP) – und das ist gut so. Im Gegensatz zum Abstandsregeltempomat und zum Spurassistenten greift es besonders in brenzligen Situationen ein und entschärft sie bzw. sorgt dafür, dass sie beherrschbarer werden. Die Unterweisungen zeigen, dass Fahrer-Assistenz-Systeme dazu geeignet sind, den Fahrer im Alltag zu entlasten. Mit ihnen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich schwere Unfälle ereignen, deutlich. Aber sie sind eben kein Allheilmittel und können nicht alle Unfälle verhindern. Die entscheidende Rolle hat auch weiterhin der Fahrer. Die Sicherheitssysteme haben nur eine unterstützende, eine assistierende Funktion, sie sind nicht Fahrer-Ersatz, sondern Fahrer-Assistenz-Systeme.



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